6. EBBS-Treffen am 15. September 2026
»Miteinander vernetzen. Voneinander lernen.«
Was für ein Tag! Gemeinsam mit der Professur für Politische Systeme und Systemvergleich der Technischen Universität Dresden haben wir beim 6. EBBS-Jahrestreffen Beteiligungsmacherinnen und -macher zusammengebracht. Ein Podiumsgespräch mit Staatsministerin Petra Köpping sowie weiteren Gästen, ein gut besuchter Markt der Möglichkeiten und 12 Gesprächsrunden boten viel Raum für fachlichen Austausch, neue Impulse und die Möglichkeit, sich miteinander zu vernetzen. Auch konnten wir das Treffen intensiv nutzen, um uns zur Zukunft des EBBS als lebendige Beteiligungs-Community auszutauschen.
Ein besonderes Dankeschön gilt der Professur für Politische Systeme und Systemvergleich der Technischen Universität als Kooperationspartnerin für die engagierte Unterstützung und die gemeinsame Gestaltung des Netzwerktreffens. Genau dieses Zusammenwirken über unterschiedliche Bereiche hinweg macht den Netzwerkgedanken des EBBS aus.
Auftakt in der CeTIBAR
Zum Auftakt des Netzwerktreffens verzierte Staatsministerin Köpping gemeinsam mit einem Cobot - einem kollaborativen Roboter - eine Zimtschnecke. Die Vorführung gab einen praktischen Einblick, wie eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine aussehen kann und schlug gleichzeitig eine Brücke zum Themenschwerpunkt des Treffens: Auch bei der digitalen Bürgerbeteiligung gilt es, neue Technologien sinnvoll einzusetzen und dabei den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.
Podiumsgespräch
Digitale Bürgerbeteiligung: Chancen, Erfolgsfaktoren und blinde Flecken
Wie gelingt Bürgerbeteiligung, die Menschen tatsächlich erreicht und deren Ergebnisse auch Wirkung entfalten? Und welche Rolle können digitale Wege dabei spielen, Menschen dort anzusprechen, wo sie ohnehin unterwegs sind?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Podiumsgesprächs mit Staatsministerin Köpping und ihren Gesprächspartnerinnen und -partnern. Dabei wurde deutlich: Erfolgreiche Beteiligung braucht passende Zugänge zu den Menschen, ob im persönlichen Austausch, über digitale Beteiligungsformte oder über bereits etablierte Social-Media-Kanäle einer Kommune. Entscheidend sind Transparenz, die richtige Ansprache und die Erfahrung, dass Beteiligung tatsächlich etwas bewirken kann.
Auf dem Podium saßen:
- Petra Köpping - Sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
- Prof. Dr. Marianne Kneuer, Inhaberin der Professur für Politische Systeme und Systemvergleich
- Dr. Angela Jain, Senior Project Managerin bei der Bertelsmann Stiftung und Mitglied im Fachbeirat Bürgerbeteiligung Sachsen
- Nico Dittmann, 2. Vizepräsident beim Sächsischen Städte- und Gemeindetag und Bürgermeister der Stadt Thalheim
Moderiert wurde das Podiumsgespräch von Oliver Reinhard, Leiter Feuilleton der Sächsischen Zeitung.
»Markt der Möglichkeiten«
Präsentieren - Austauschen - Vernetzen! Auf dem »Markt der Möglichkeiten« präsentierten sich in diesem Jahr 22 Projekte, Initiativen und Institutionen aus ganz Sachsen und darüber hinaus und gaben spannende Einblicke in ihre vielfältige Arbeit rund um das Thema Bürgerbeteiligung und demokratische Teilhabe. Mit Informationsangeboten, Mitmachaktionen und vielen persönlichen Gesprächen wurde der Markt zu einem lebendigen Ort des Austauschs.
Wir danken allen Ausstellenden für Ihre Unterstützung!
Gemeinsam weiterdenken: Wie sieht das EBBS der Zukunft aus?
Das EBBS soll sich weiterentwickeln: Von einem vor allem angebotsorientierten Netzwerk hin zu einer lebendigen Community, die stärker von ihren Mitgliedern mitgestaltet und mitgetragen wird. Auf dem Netzwerktreffen haben wir gemeinsam einen weiteren Schritt auf diesem Weg gemacht!
In den vergangenen Monaten hatte sich ein Kernteam aus unterschiedlichen Bereichen des Netzwerks intensiv mit dieser Weiterentwicklung beschäftigt. Während des »Markts der Möglichkeiten« konnten die Teilnehmenden nun einen Einblick in den bisherigen Entwicklungsprozess erhalten und ihre eigenen Perspektiven einbringen. Gemeinsam mit dem Demokratieprojekt metro_polis haben wir nachgefragt: Was ist ihnen im Netzwerk wichtig? Was fehlt bislang? Was erwarten Sie vom EBBS - und welche Rolle möchten Sie selbst darin einnehmen?
Die vielfältigen Rückmeldungen nehmen wir mit in den weiteren Prozess - und der Austausch geht weiter. Auf dem Beteiligungsportal können Sie Ihr Interesse an einer Mitarbeit im Kernteam bekunden oder uns weitere Impulse und Vorschläge für die Weiterentwicklung unseres Netzwerk zu einer aktiven Community mitgeben.
Herzlichen Dank an Kristina Krömer und Daniel Badowski vom Demokratieprojekt metro_polis für die herausragende Unterstützung auf dem Treffen!
Sie wollen Teil des Kernteams werden oder Impulse geben?
Sie möchten die Ausgestaltung unserer künftigen EBBS-Community maßgeblich mit gestalten? Oder haben Sie konkrete Wünsche und Vorschläge für die Weiterentwicklung des Netzwerks? Dann teilen Sie uns diese gern direkt über das Beteiligungsportal mit!
Ihre Perspektive ist wichtig, damit wir das EBBS gemeinsam und bedarfsorientiert weiterentwickeln können. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag und melden uns gern bei Ihnen persönlich zurück.
- Vom Netzwerk zur Community - Themenseite auf Beteiligen.sachsen.de
- Umfrage zur Weiterentwicklung des EBBS
Gesprächsrunde 1
Mit fortschreitender Digitalisierung wird auch die digitale Bürgerbeteiligung ein zunehmend interessantes und relevantes Handlungsfeld. Die Hoffnungen sind groß: Digitale Beteiligung soll die Teilnahmehürden senken, neue Zielgruppen erschließen und zusätzlich die Kassen ohnehin finanzschwacher Kommunen schonen. Aber wie steht es um den Status quo der digitalen Beteiligung auf kommunaler Ebene in Deutschland? Im Forschungsprojekt »Erfolgsfaktoren lokaler E-Partizipation« (ErlE) wurde erstmals eine bundesweite Vollerhebung durchgeführt, indem alle deutschen Kommunen hinsichtlich ihres Angebotes und ihrer Erfahrungen mit digitaler Beteiligung kontaktiert wurden. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes wurden im Themenraum vorgestellt und anschließend mit den Teilnehmenden erörtert, welche Potenziale und Limitierungen aus deren Perspektive im Bereich der E-Partiziaption bestehen und welche Pfade Politik und Verwaltung in diesem Bereich einschlagen sollten.
Inhalte & Präsentationen
- ErLE - Erfolgsfaktoren lokaler E-Partizipation (*.pdf, 0,37 MB) Bastian Stock, TU Dresden
Das »Forum Junge Perspektiven - Jugendbeirat bei der Kinder- und Jugendbeauftragten der Sächsischen Staatsregierung« nähert sich dem Ende seiner einjährigen Pilotphase. Eine gute Gelegenheit, Bilanz zu ziehen. In diesem Themenraum betrachteten wir neben den Rahmenbedingungen des Forums wie der Zusammensetzung und den Arbeitsweisen auch die grundsätzlichen Fragen, nach dem Zweck und den Zielen eines solchen Gremiums auf Landesebene. Die Kinder- und Jugendbeauftragte der Sächsischen Staatsregierung, Susann Rüthrich, und Mitglieder des »Pilotjahrgangs« gaben Einblick in die Arbeit des Forums und Ausblick auf seine Zukunft.
Was ist das »Forum Junge Perspektiven«? - Das »Forum Junge Perspektiven« wurde Ende 2025 als Jugendbeirat von der Kinder- und Jugendbeauftragten der Sächsischen Staatsregierung berufen. 30 junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren aus ganz Sachsen beraten in diesem Gremium die sächsische Politik sowie Verwaltung und bringen ihre jungen Perspektiven auf Landesthemen ein – direkt, konstruktiv und auf Augenhöhe. Die Kinder- und Jugendbeauftragte vermittelt Anfragen aus den verschiedenen Ministerien und ggf. auch dem Landtag an den Jugendbeirat. Und andersherum: Wenn dem Jugendbeirat etwas besonders wichtig ist, werden gemeinsam die passenden Gesprächspartnerinnen und -partner auf der Landesebene gesucht.
Referent/innen: Mitglied des Forums Junge Perspektiven & Susann Rüthrich, Kinder- und Jugendbeauftragte der Sächsischen Staatsregierung
Das Demokratieprojekt metro_polis nutzt den Ort, an dem Menschen jeden Tag versammelt sind: In Straßenbahnen initiiert das Team Austausch über gesellschaftliche Themen. In einer mobilen Befragung zum Thema »Beteiligen und einmischen – Was hält uns zurück?« in Dresden, Leipzig und Chemnitz gab es nun ein zentrales Ergebnis: Eine Vielzahl der Befragten scheint unter dem Begriff »Beteiligung« etwas anderes zu verstehen. Gleichzeitig liefert der Demokratie-Monitor Baden-Württemberg, initiiert durch Frau Prof. Vetter und dem Institut für Sozialwissenschaften an der Universität Stuttgart, systematische Daten dazu, wie Bürgerinnen und Bürger Beteiligung erleben und bewerten.
Anhand der Ergebnisse aus dem metro_polis-Projekt und dem Demokratie-Monitor Baden-Württemberg sind wir in diesem Themenraum der Frage nachgegangen, wie wir, als Beteiligungsmacherinnen und -macher informelle Beteiligung und ihre Grundprinzipien sichtbarer machen und so den Begriff in der Öffentlichkeit schärfen können. Denn ein gemeinsames Verständnis der Begrifflichkeit »informelle Bürgerbeteiligung« ist die Voraussetzung dafür, dass sich Menschen dem Thema nähern, sich aktiv beteiligen und Beteiligung in ihren Kommunen einfordern.
Referentinnen: Prof. Dr. Angelika Vetter, Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart & Kristina Krömer, metro_polis e. V.
Inhalte & Präsentationen
- Was ist eigentlich Bürgerbeteiligung? (*.pdf, 0,29 MB) Prof. Dr. Angelika Vetter, Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart
- Aufsuchende Beteiligung in der Straßenbahn (*.pdf, 1,73 MB) Kristina Krömer, metro_polis e. V.
Stadtentwicklung lebt von der Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern. Formelle, gesetzlich vorgeschriebene Bürgerbeteiligung ist ein Baustein öffentlicher Planungsprozesse. Doch um die Qualität und Akzeptanz von Planungsvorhaben zu steigern, sollten diese formellen Formate durch informelle, also zusätzliche freiwillige Beteiligungsverfahren ergänzt werden. Denn Vorhaben der Stadtentwicklung berühren die Einwohnerinnen und Einwohner einer Gemeinde direkt in ihrem Alltag, zumeist über einen längeren Zeitraum und oft auch emotional. Hinzu kommt in Zeiten knapper Kassen, dass diese Vorhaben oft mit erheblichen Kosten verbunden sind und damit die öffentliche Akzeptanz besonders bedeutsam ist.
Wie sollten solche informellen Beteiligungsverfahren gestaltet sein, um erfolgreich zu sein? Wie können die Ergebnisse tatsächlich in den Planungsprozess einfließen? Wie gelingt es, auch bei langfristigen Vorhaben, viele Menschen zu erreichen? Diesen Fragen sind wir mit Mitarbeitenden kommunaler Verwaltungen an konkreten Beispielen im Themenraum 4 nachgegangen.
Referenten: Nico Dittmann, Bürgermeister Thalheim im Erzgebirge & André Zschoge, Landeshauptstadt Dresden, Amt für Stadtplanung und Mobilität & Steven Eichler, Stesad GmbH
Inhalte & Präsentationen
Digitale Beteiligung lebt davon, dass Menschen einfach, sicher und verlässlich mitwirken können. Digitale Identitäten wie die BundID oder die kommende EUDI-Wallet eröffnen dafür neue Möglichkeiten: Sie können helfen, Teilnehmende eindeutig zu authentifizieren, Beteiligungsprozesse nachvollziehbarer zu gestalten und digitale Verwaltungsangebote mit Mitwirkungsformaten zu verbinden.
In diesem Themenraum ging es um die Frage, wie digitale Identitätslösungen sinnvoll in Beteiligungsverfahren eingesetzt werden können - etwa bei Online-Konsultationen, Antrags- oder Abstimmungsprozessen, Bürgerdialogen oder zielgruppenspezifischer Ansprache. Gleichzeitig wurden Grenzen und offene Fragen betrachtet: Wie niedrigschwellig bleiben Beteiligungsangebote? Welche Datenschutz- und Vertrauensfragen entstehen? Und wie lässt sich vermeiden, dass Menschen ohne digitale Identität ausgeschlossen werden?
Der Themenraum bot die Möglichkeit, Chancen, Risiken und praktische Einsatzmöglichkeiten von BundID, EUDI und vergleichbaren Lösungen zu diskutieren und erste Ideen für eine inklusive, sichere und nutzerfreundliche digitale Beteiligung zu entwickeln.
Referent: Robert Schröder, Landeshauptstadt Dresden
Eine Müllsammel-Aktion starten und den Bolzplatz wieder herstellen? Ein Gemeinschaftsbeet anlegen oder einen Wochenendausflug planen? Einen Jugendbeirat begleiten? Ob engagierte Eltern in der Kommune, durch den Stadtteilverein oder mit den Gewerbetreibenden vor Ort: Kinder- und Jugendbeteiligung wird oft spontan und durch Ehrenamtliche umgesetzt. Das ist großartig und kann gar nicht genug wertgeschätzt werden. Was braucht es, um auch ehrenamtlich getragene, gelingende Beteiligung zu unterstützen? Wer kann wie mit Strukturen, Know-How und Ressourcen dazu beitragen? Und wie kann eine Anerkennungskultur aussehen, nicht nur für die jungen Menschen, die sich beteiligen, sondern auch für die engagierten Erwachsenen? Im Rahmen von Themenraum 6 bestand die Möglichkeit, zu diesen und weiteren Fragen miteinander ins Gespräch zu kommen.
Referentin: Sweta Moser, Kinder- und Jugendring Sachsen e.V.
Gesprächsrunde 2
Was braucht es, damit Beteiligungsvorhaben erfolgreich sind und einen positiven Impact haben? Welche Risiken gibt es, die diesen Erfolg verhindern? Über derlei Frage wird oft diskutiert; dank der von 2024 bis 2026 durchgeführten wissenschaftlichen Evaluation der Förderrichtlinie Bürgerbeteiligung kann nun auch eine empirisch unterlegte Antwort gegeben werden. In diesem Themenraum wurden die Ergebnisse der Begleitstudie vorgestellt und vor allem darauf Bezug genommen, welche Gelingensbedingungen für gute Bürgerbeteiligung sich daraus ableiten lassen. Anschließend wurde im Austausch mit den Teilnehmenden darüber diskutiert, welche Aspekte aus ihrer Sicht für den Erfolg von Beteiligungsvorhaben relevant sind und wie sich diese im Rahmen der Partizipationsförderung und der Netzwerkarbeit noch aktiver umsetzen zu lassen.
Referent: Janek Treiber, Professur für Politische Systeme und Systemvergleich der TU Dresden
Inhalte & Präsentationen
Mit Hilfe der Ergebnisse des Demokratie-Monitor und des Sachsen-Monitor haben wir in diesem Themenraum die Frage aufgegriffen, in welchem Verhältnis Demoskopie (Meinungsforschung) und Beteiligung zueinander stehen. Demoskopie kann als gesellschaftliches Fieberthermometer betrachtet werden, das mit seinen Fragen über Einstellungen auch gesellschaftliche Stimmungslagen anzeigt. So können brennende öffentliche Themen frühzeitig sichtbar werden, bei deren politischer Bearbeitung wiederum Bürgerbeteiligung eine wichtige Rolle spielen kann. Für Politik und Verwaltung ist es aber auch verführerisch, Demoskopie als Ersatz für Beteiligung heranzuziehen: »Wir wissen doch aus Umfragen, was die Bürgerinnen und Bürger wollen!« Diesem Spannungsfeld zwischen Konkurrenz und Zusammenspiel sind wir in diesem Themenraum nachgegangen.
Referent/innen: Prof. Dr. Angelika Vetter, Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart & Herr Burghard Rech von der Sächsischen Staatskanzlei
Inhalte & Präsentationen
Künstliche Intelligenz verändert, wie Informationen aufbereitet, Beteiligungsprozesse gestaltet und Stimmen sichtbar gemacht werden können. Doch welche Chancen entstehen dadurch für digitale Beteiligung — und wo liegen die Grenzen? In diesem Themenraum wollen wir gemeinsam erkunden, wie KI Beteiligungsverfahren unterstützen kann, etwa durch verständlichere Kommunikation, Auswertung von Rückmeldungen oder niedrigschwellige Zugänge. Gleichzeitig werfen wir einen kritischen Blick auf Fragen von Fairness, Repräsentation und Teilhabe: Werden alle Gruppen gleichermaßen erreicht und richtig abgebildet? Welche Perspektiven bleiben möglicherweise unsichtbar? Und was bedeutet es, KI feministisch, diskriminierungssensibel und gemeinwohlorientiert zu denken?
Dieser Themenraum lädt dazu ein, Potenziale und Risiken digitaler Beteiligung im KI-Zeitalter zu diskutieren, Praxisbeispiele zu reflektieren und gemeinsam Ideen für eine verantwortungsvolle Gestaltung zu entwickeln.
Referentin: Dr. Angela Jain, Bertelsmann Stiftung
Inhalte & Präsentationen
Wie können Wissenschaft und Gesellschaft miteinander ins Gespräch kommen? An der TUD erproben wir Formate, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschung, Erkenntnisse und Perspektiven verständlich, offen und auf Augenhöhe mit der Öffentlichkeit teilen.
Das Sachgebiet Universität und Gesellschaft im Dezernat Universitätskultur möchte mit seinen Formaten zu einer Dialogkultur beitragen, in der Wissenschaft nicht nur Wissen vermittelt, sondern zuhört, Fragen aufnimmt und sich auf unterschiedliche Perspektiven einlässt. Mit dem Förderprogramm TUD im Dialog haben wir den Weg beschritten, innovative, niedrigschwellige Dialog- und Beteiligungsformate zu fördern, die Wissenschaft und Gesellschaft miteinander in den Austausch bringen und neue Formen der Begegnung ermöglichen. Ein weiteres Format sind die TUD Lectures+, bei denen Wissenschaftler:innen den Campus verlassen und auf Marktplätze, in Kneipen oder Läden gehen und mit Menschen ins Gespräch treten – Podcastaufzeichnung und Fragenstellen inklusive.
Doch was bewirken solche Begegnungen? Wen erreichen wir und wen nicht? Und kann eine solche Dialogkultur dazu beitragen, Vertrauen in Wissenschaft und öffentliche Institutionen zu stärken?
Im Themenraum haben wir diese Fragen mit unseren Erfahrungen und den Erfahrungen der Teilnehmenden verbunden und gemeinsam herausgearbeitet, was gute dialogorientierte Beteiligung ausmacht.
Referentin: Dr. Cornelia Hähne, Sonja Piotrowski und Kathrin Tittel, Dezernat 9 Universitätskultur der TU Dresden
Inhalte & Präsentationen
Der schnelle und sichere Weg zwischen Zuhause und Schule ist ein Grundbedürfnis von Kindern und Jugendlichen - und ihren Eltern. Laut Sächsischer Gemeindeordnung (SächsGemO) und Sächsischer Landkreisordnung (SächsLKrO) sollen Kinder und Jugendliche an Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligt werden. Bei der Mobilitätsplanung handelt sich allerdings um ein besonders komplexes Handlungsfeld, in dem eine Reihe von Akteuren einzubinden ist und räumliche, rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen wirken. Gleichzeitig kann die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen als Expertinnen und Experten ihrer Lebenswelt die Ergebnisse von Planungsprozessen besser machen.
In diesem Themenraum haben wir uns darüber ausgetauscht, wie die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in diesem komplexen Prozess gelingen und wie sie gestaltet werden kann und muss, um bei den Beteiligten keine falschen Erwartungen zu wecken.
Referent/innen: Frank Kutzner, Geschäftsführer wegebund & Isabell Gall, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.
Inhalte & Präsentationen
Das Projekt »Johanngeorgenstadt 54« - eine Kooperation von Stadt, TU Dresden und dem Kollektiv »artistic toolkit« - zeigt, wie eine kleine Stadt im Erzgebirge ihre Zukunft durch kreative und partizipative Methoden gestaltet. Das Kollektiv »artistic toolkit« regte mit Planspielen, kreativen Dialogformaten und Zukunftsvisionen die aktive Teilhabe der Bevölkerung an. Gemeinsam wurden Visionen für den demografischen Wandel, die Daseinsvorsorge und die lokale Identität entwickelt. Eines der zentralen Ergebnisse ist ein maßgeschneidertes Konzept für lebendige Dorfzentren, das sich bereits teilweise in Umsetzung befindet.
In Themenraum 12 gaben der Bürgermeister der Stadt Johanngeorgenstadt, Herr Oswald und Caro Fuhr von »artistic toolkit« Einblicke in die Methodik und die Ergebnisse des Prozesses und luden zum Austausch ein: Was lief gut, wo gab es Hürden und mit welchen Methoden und Tools gelingt die erfolgreiche Einbindung der Einwohnerinnen und Einwohner?
Referent/innen: André Oswald, Bürgermeister Johanngeorgenstadt & Caro Fuhr, artistic toolkit
Inhalte & Präsentationen
Ort und Anfahrt
Veranstaltungsort:
Technische Universität Dresden - Barkhausen-Bau (Heinz-Schönfeld-Hörsaal)
Georg-Schumann-Straße 13
01187 Dresden