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Evaluation der Förderrichtlinie Bürgerbeteiligung

Landkarte v. Sachsen-Grafik
© TU Dresden

Wie wird aus einer guten Idee echte Mitsprache vor Ort? Was brauchen Kinder- und Jugendliche, um Ihre Gemeinde mitzugestalten? Und was bleibt, wenn ein gefördertes Projekt endet?

Seit 2022 unterstützt der Freistaat Sachsen mit der Förderrichtlinie  Bürgerbeteiligung Kommunen und zivilgesellschaftliche Organisationen dabei, Beteiligungsvorhaben in der Praxis umzusetzen und neue Wege zu erproben. Die Technische Universität Dresden hat bei 89 geförderten Beteiligungsvorhaben nachgefragt, welche Erfahrungen diese bei der Umsetzung ihrer Projekte gesammelt haben und auch, was sich daraus lernen lässt.

Vier Kernaussagen bringen auf den Punkt, was wir aus der Evaluation lernen können und was es braucht, damit Bürgerbeteiligung in Sachsen zukünftig noch besser funktionieren kann.

 

Förderung gibt Beteiligung einen wichtigen Anschub

Ein Anschub, der weiterwirken kann.

Die Förderung unterstützt Kommunen und zivilgesellschaftliche Organisationen bei der Umsetzung von Beteiligungsvorhaben und dem Aufbau beteiligungsfördernder Strukturen. Zehn Träger abgeschlossener Projekte der ersten beiden Förderaufrufe (2022/23) bewerteten die Bedeutung der erhaltenen Förderung mit durchschnittlich 4,3 von 5 Punkten. Bei sechs Trägerprojekten bestanden die aufgebauten Strukturen auch nach Förderende weiter, wenngleich teilweise in leicht abgewandelter Form.

Ergänzend führte die TU Dresden 19 Evaluationsgespräche mit kommunalen und zivilgesellschaftlichen Projektverantwortlichen. Gezielt ausgewählt wurden dabei Vorhaben mit hohem Fördervolumen, anspruchsvollen oder experimentellen Methoden sowie besonders guten oder schwierigen Verläufen. Diese unterschiedlichen Erfahrungen sollten Erfolgsfaktoren und Unterstützungsbedarf sichtbar machen. 

Die Ergebnisse zeigen: Förderung gibt einen wichtigen Anschub, für dauerhafte Beteiligung braucht es jedoch verlässliche Strukturen und Perspektiven.

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(© TU Dresden)

Auf einer fünfstufigen Skala (1-5), wie wichtig die Förderung für die Aktivitäten der Institution im Bereich Beteiligung sei, lag der Mittelwert der Antworten bei 4,3.

Diagramm: Wie wichtig war die Förderung des SMJusDEG insgesamt für die Aktivitäten Ihrer Institution im Bereich der Bürgerbeteiligung?
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(© TU Dresden)

Ebenso auf die Frage, inwiefern die gesetzten Ziele erreicht werden konnten, lag der Mittelwert bei 4,3.

Diagramm: Inwieweit konnten Sie die bei der Beantragung des Projekts gesetzten Ziele tatsächlich umsetzen?
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(© TU Dresden)

Die Förderung ist offenbar für viele Institutionen Anstoß gewesen, sich im Bereich Beteiligung stärker zu engagieren und weitere Mittel zu beschaffen. Deshalb geben auch 80 Prozent der Projekte an, weitere Förderung beantragt zu haben.

Diagramm: Haben Sie bisher weitere Fördermittelanträge für die gleichen oder ähnliche Projektaktivitäten gestellt? (Mehrfachnennung möglich)
 

Junge Menschen sind eine zentrale Zielgruppe

Junge Stimmen gestalten mit.

30 der 89 untersuchten Vorhaben richten sich hauptsächlich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Weitere Projekte sprechen die gesamte Bevölkerung an. 

Die Erfahrungen zeigen: Junge Menschen lassen sich besonders gut über vertraute Einrichtungen wie Schulen und Vereine ansprechen. Damit sie mitgestalten können, braucht es leicht zugängliche Angebote, verlässliche Ansprechpersonen und echte Gestaltungsspielräume. Entscheidend ist, dass sie zeitnah erleben, was aus ihren Ideen wird. 

Diagramm
© TU Dresden
 

Gute Beteiligung braucht Menschen, die sich kümmern

Beteiligung braucht verlässliche Ansprechpersonen

Menschen einladen, Treffen organisieren und Ergebnisse weiterverfolgen: Beteiligung braucht Zeit und feste Verantwortliche. In der zweiten Befragung berichteten 17 Projektträger, mit den Fördermitteln zusätzliches Personal eingestellt zu haben. Weitere Träger erweiterten Stellenanteile oder finanzierten bestehendes Personal.

Die Evaluationsgespräche zeigen:  Hauptamtliche Unterstützung entlastet das Ehrenamt. Ebenso wichtig sind Kontinuität und Rückhalt aus Politik und Verwaltung, damit Beteiligung dauerhaft gelingt.

Diagramm
© TU Dresden
 

Unterstützungsangebote werden geschätzt - erreichen aber noch nicht alle

Gute Beratung hilft beim Loslegen

Wer Beteiligung organisiert, muss im Vorfeld viele Fragen klären. Die angebotene Antragsberatung erhält dafür überwiegend gute Bewertungen: 31 von 40 Antwortenden stuften sie als eher oder sehr hilfreich ein. Sieben kannten oder nutzten das Angebot nicht. Auch der Nutzen des Erfahrungs- und Beratungsnetzwerks Bürgerbeteiligung Sachsen (EBBS) für die Umsetzung der Projekte wurde erfragt, wobei das Netzwerk auch hier einigen der Befragten bislang unbekannt ist. Die Ansprechbarkeit des Ministeriums wurde in den Gesprächen geschätzt, gleichzeitig wünschten sich Projektträger mehr Austausch mit ähnlichen Vorhaben und praxisnahe Weiterbildung. 

Die positiven Befunde sollten dazu motivieren, die Beratung und auch das Netzwerk EBBS noch sichtbarer zu machen und mehr Möglichkeiten zu schaffen, Erfahrungen miteinander zu teilen. 

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(© TU Dresden)

Die angebotene Antragsberatung wurde als überwiegend hilfreich wahrgenommen, jedoch gaben 16 Prozent der Befragten an, die Antragsberatung nicht zu kennen bzw. diese nicht genutzt zu haben.

Diagramm: Antragsberatung
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(© TU Dresden)

Auch das EBBS wurde als positiv wahrgenommen, wobei erneut 16 Prozent der Befragten angaben, dieses nicht zu kennen bzw. dieses nicht genutzt zu haben.

Diagramm: Erfahrungs- und Beratungsnetzwerk (EBBS)
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(© TU Dresden)

Die Ansprechbarkeit der Mitarbeitenden des Referats bei Rückfragen wurde ebenfalls als überwiegend positiv bewertet.

Diagramm: Ansprechbarkeit der Mitarbeitenden des Referats bei Rückfragen

Vom Netzwerk zur Community - das EBBS gemeinsam weiterentwickeln

Herzliche Einladung zum Mitdenken & Mitgestalten

Bewährte Angebote erhalten und mehr Raum für Mitgestaltung schaffen: Gemeinsam mit den Mitgliedern wollen wir das EBBS noch stärker an den vorhandenen Bedarfen und Bedürfnissen ausrichten. Ein Kernteam, viele Gespräche und erste konkrete Botschaften an das Netzwerk haben den Anfang gemacht. Den bisherigen Prozess, wie es weitergeht und welche Möglichkeiten zum Mitmachen bestehen finden sie auf unserer neuen Themenseite:

 
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