ASB Ortsverband Chemnitz und Umgebung e. V.
GemeinsamWeiterDenken - Weiterentwicklung von Bürgerbeteiligungsprozessen von Menschen mit besonderen Bedarfen in der Stadt Chemnitz
Im ASB-Wohnzentrum Chemnitz professionalisierten Menschen mit Behinderung die Gestaltung inklusiver und barrierefreier Bürgerbeteiligung. In praxisorientierten Schulungen, Workshops und Vernetzungen gaben sie ihre Expertise weiter, befähigten Akteurinnen und Akteure zur Umsetzung von Beteiligungsformaten und stärkten die gesellschaftliche Teilhabe. Ziel war es, demokratische Prozesse offen für alle zu gestalten, Barrieren abzubauen und die inklusive Beteiligung als selbstverständlichen Standard in Chemnitz zu verankern.
Das Projekt entspricht der Beteiligungsstufe »Konsultieren«.
Das Projekt im Überblick
| Wer | ASB Ortsverband Chemnitz und Umgebung e.V. |
| Was | GemeinsamWeiterDenken - Weiterentwicklung von Bürgerbeteiligungsprozessen von Menschen mit besonderen Bedarfen in der Stadt Chemnitz |
| Wo | Chemnitz |
| Wann | Januar 2025 bis Dezember 2025 |
| Für wen | alle Einwohnerinnen und Einwohner, insbesondere gesellschaftlich benachteiligte Gruppen, Jugendliche und Junge Erwachsene |
| Wie | Schulungen, Workshops, Vernetzungsveranstaltungen |
| Fördersäule | Zivilgesellschaftliches Einzelvorhaben |
| Fördersumme | 79.351,50 € (bewilligt) |
Kontakt und Links
- ASB Ortsverband Chemnitz und Umgebung e.V. Informationen zum Träger
- Bürgerbeteiligung beim ASB Informationen zum Projekt
Partner (Auswahl)
Kommunale Partner (u.a. Team Bürgerbeteiligung, Inklusionsbeauftragte, Inklusionsbeirat)
Kulturelle Einrichtungen (Städtische Theater, Städtische Kunstsammlungen)
Verbände und Vereine (u.a. Buntmacher*innen e.V., Blinden- und Sehbehindertenverband, Gehörlosenzentrum)
Überregionale Partner (u.a. Landkreis Erzgebirge, Landkreis
Zwickau, Netzwerk »Aktives inklusives Dresden«)
Projektziel
Aufbauend auf der erlangten Qualifizierung zur inklusiven Bürgerbeteiligung sollte die Expertise aus dem ASB-Wohnzentrum in einem Bildungs- und Beratungsprozess weitergegeben werden. Ziel war es, Akteurinnen und Akteure zu befähigen, barrierefreie und inklusive Beteiligungsformate für politische Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse zu gestalten.
Meilensteine
| 1 | Das Projekt baute auf dem Vorgängerprojekt »Andersdenken« auf und setzte auf inklusive Beteiligung. |
| 2 | Es wurden u.a. barrierefreie Theaterformate umgesetzt, 3D-Tastmodelle der »Schillingschen Figuren« für Blinde erstellt und der Kunstspaziergang mit App und Faltplan eingeführt. |
| 3 | Die Umsetzung des KOSMOS-Festivals wurde mit Perspektivwechsel-Aktionen, Flyern für barrierefreie Angebote und Workshops zu Barrierefreiheit begleitet. |
| 4 | Überregionale Vernetzung nach Dresden, Bernsbach und Zwickau stärkte Erfahrungsaustausch und Nachhaltigkeit. |
| 5 | Evaluation und Dokumentation sicherten die Wirkung. |
Erfahrungswerte des Trägers
Besondere Erfolge
Das Projekt erzielte herausragende Erfolge in inklusiver Kultur, Bildung und Barrierefreiheit. Menschen mit Behinderung wirkten aktiv als Mitgestaltende u.a. an Workshops und Kooperationen mit Schulen, der TU Bergakademie Freiberg, Städtischen Theatern, dem KSV Sachsen und überregionalen Partnern mit.
Herausforderungen und Learnings
Finanzierungs- und Personalfragen können die Umsetzung verzögern. Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung in Verwaltung, Politik und Gesellschaft erfordern langfristige, wiederholte Maßnahmen. Die Koordination zwischen vielfältigen Partnern und Nutzergruppen ist zeitintensiv. Technische Anforderungen (z.B. Audiodeskription, 3D-Modelle, Apps) erfordern frühzeitige Planung und Fachkompetenz. Im Verlauf des Projekts wurde außerdem deutlich:
| 1 | Partizipation als Schlüssel: Menschen mit Behinderung können durch aktive Mitwirkung Projekte entscheidend mitgestalten – vom Konzept bis zur Umsetzung. Ihre Reflexion und Rückmeldungen sind zentral für die Qualität der Ergebnisse und die Akzeptanz inklusiver Angebote. |
| 2 | Perspektivwechsel schafft Bewusstsein: Rollstuhl-, Seh- und Hörsimulationen lassen Nicht-Betroffene die Alltagsbarrieren erleben und fördern Empathie. Solche Erlebnisse führen zu langfristiger Sensibilisierung bei Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit. |
| 3 | Interdisziplinäre Kooperationen wirken nachhaltig: Die Zusammenarbeit mit Schulen, Hochschulen, Kunst- und Kultureinrichtungen stärkt die fachliche Umsetzung und ermöglicht innovative Lösungen (z.B. 3D-Tastmodelle). Netzwerke über Städte und Landkreise hinweg sichern Wissenstransfer und Multiplikation. |
| 4 | Barrierefreiheit muss aktiv umgesetzt werden: Digitale Angebote, leichte Sprache und technische Lösungen (z.B. Apps, Audiodeskription) erweitern Teilhabe deutlich. Die Sichtbarkeit inklusiver Angebote zieht Gäste aus überregionalen Regionen an. |
| 5 | Ehrenamtliche Ressourcen sind entscheidend: Langfristiges Engagement, Motivation und Flexibilität von Ehrenamtlichen ermöglichen Umsetzung in hoher Qualität. Vertrauen zwischen Projektleitung, Nutzenden sowie Partnerinnen und Partnern ist Grundlage für erfolgreiche Ergebnisse. |
| 6 | Bewusstsein für Alltagsrealitäten: Barrieren im öffentlichen Raum, bei kulturellen Angeboten oder in Verwaltungssituationen werden konkret erlebbar. Daraus entstehen Ideen für nachhaltige Veränderungen und politische Maßnahmen. |
Projektergebnisse
| 1 | Das Projekt förderte inklusive Kultur- und Bürgerbeteiligung: Barrierefreie Theaterformate, einfache Sprache in Programmheften, 3D-Tastmodelle und ein digitaler Kunstspaziergang ermöglichten Zugang zu Kunst. |
| 2 | Perspektivwechsel-Workshops und Festivalangebote erweiterten das Bewusstsein der Chemnitzer Bevölkerung. |
| 3 | Überregionale Vernetzung und Kooperationen sicherten nachhaltige Teilhabe. |
Verwendung der Ergebnisse
Die Projektergebnisse dienen als Grundlage für nachhaltige inklusive Kultur- und Beteiligungsangebote. Barrierefreie Formate in Theatern, 3D-Tastmodelle und digitale Kunstspaziergänge werden dauerhaft zugänglich gemacht. Die Erkenntnisse aus den Perspektivwechsel-Workshops fließen in Verwaltungsentscheidungen und den Teilhabeplan »Chemnitz inklusiv – 2030« ein. Erfahrungen und Materialien werden für überregionale Netzwerke, Bildungseinrichtungen und weitere Kommunen bereitgestellt, um Bürgerbeteiligung durch Menschen mit Behinderung zu stärken und langfristig Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Teilhabe zu sichern.