Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e. V.
Jugendland Frohburg - Partizipation und Empowerment junger Menschen im ländlichen Raum
Ziel war es, junge Menschen durch Verantwortungsübernahme und Einbezug, sowie der Schaffung fester Gestaltungsräume in der Kommune Frohburg zu beteiligen und zu halten. Hierfür lag der Fokus vor allem in in den ländlichen Ortsteilen der Kommune. In diesen sollten gemeinsam mit jungen Menschen Veranstaltungen und Projekte umgesetzt, Räume zur freien Gestaltung eingerichtet und ausgebaut werden. Zeitgleich sollten junge Menschen empowert werden, zukünftige Projekte selbst umzusetzen. Im Gegenzug wurden gemeinsam mit Entscheidungsträgerinnen und -trägern die Möglichkeiten der Partizipation gestärkt und ausgebaut.
Das Projekt entspricht der Beteiligungsstufe »Einbeziehen«.
Das Projekt im Überblick
| Wer | Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e.V. |
| Was | Jugendland Frohburg - Partizipation und Empowerment junger Menschen im ländlichen Raum |
| Wo | Frohburg mit seinen Ortsteilen |
| Wann | Januar 2025 bis Dezember 2025 |
| Für wen | Jugendliche, Junge Erwachsene, Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit, lokale Entscheidungsträgerinnen und -träger |
| Wie | Workshops/Werkstätten, Einzelprojekte |
| Fördersäule | Zivilgesellschaftliches Einzelvorhaben |
| Fördersumme | 64.460,80 € (bewilligt) |
Kontakt und Links
- Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e. V. Informationen zum Träger
- Jugendbeteiligung Frohburg auf Instagram Informationen zum Projekt
Partner
Stadtverwaltung, Bürgermeister, Ortschaftsräte, Schule, haupt- und ehrenamtlich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Tätige, externe Fachkräfte
Projektziele
| 1 | Junge Menschen sollten in die Prozesse innerhalb der Kommune Frohburg, mit besonderem Fokus auf die jeweiligen Ortsteile, demokratisch eingebunden werden. Um es ihnen zu ermöglichen, sich in die Gestaltung ihrer Lebenswelt einzubringen, sollten sie zum einen in ihrer Teilhabe empowert werden. Zum anderen sollten Entscheidungs- und Verwaltungsstrukturen besser an jugendliche Bedürfnisse angepasst werden. |
| 2 | Bestehende Strukturen zur Beteiligung, wie etwa die Kinder- und Jugendfragestunde, offene Gesprächsformate mit Entscheidungsträgerinnen und -trägern sowie Verwaltungsmitarbeitenden, aber auch die Mitwirkung in Vereinen und Initiativen sollten evaluiert, gestärkt und ausgebaut werden. |
| 3 | Über die Mitwirkung in ehrenamtlich organisierten Vereinen und Initiativen hinaus sollten vor allem Halte- und Bleibefaktoren für junge Menschen im ländlichen Raum gesetzt werden, indem gemeinsam mit Jugendlichen Räume zur freien Entfaltung und Gestaltung geschaffen werden. Dies sollte dezentral in den verschiedenen zu Frohburg gehörenden Ortschaften geschehen und durch Teilhabe ins Gemeinwesen zurückwirken. |
Meilensteine
| 1 | Projektvorstellung mittels Planspiel in der Oberschule: Schulen waren als Sammelpunkte der Kinder und Jugendlichen innerhalb des Kommunengebiets für die Bekanntmachung des Projekts essentiell. Zur Vorstellungsveranstaltung im Februar wurden in der 9. Klasse der Oberschule Frohburg verschiedene pädagogische Methoden und ein Planspiel zur Gestaltung der eignen Lebenswelt umgesetzt. Innerhalb dieses Planspiels wurden bereits konkrete Maßnahmen zur Gestaltung der Heimat erörtert und das weitere Vorgehen besprochen. |
| 2 | Bilden von Netzwerken: Zur besseren Nutzung jeweiliger Ressourcen und zur koordinierten gemeinsamen Arbeit wurde ein Netzwerk unter haupt- und ehrenamtlich Tätigen in der Kinder- und Jugendarbeit neu geschaffen bzw. ausgebaut. Dieses lokal in Frohburg und Ortsteilen implementierte Netzwerk traf sich circa einmal im Quartal und diente auch gemeinsamen Fortbildungen. Bestehende Beteiligungsmöglichkeiten, etwa in Vereinen und Initiativen, wurden durch Schulungen und andere Formate in ihrem Tun und in ihrer Akquise neuer Mitglieder im Jugendalter unterstützt. |
| 3 | Umsetzung von Einzelprojekten: Auf die Initiative von Jugendlichen und in Zusammenarbeit mehrerer lokal ansässiger Kooperationspartner konnte eine Neuauflage des bereits 2024 organisierten »JUF-Festivals« in Frohburg umgesetzt werden. Das unter großer Beteiligung von Jugendlichen aus Frohburg und Ortsteilen geplante und organisierte Festival übernahm die Aufgabe eines Gemeinwesensfestes und bot sowohl lokalen Jugendinitiativen (Bands, DJ’s, Tanzgruppen) eine Bühne als auch lokalen Beteiligungsstrukturen (bspw. Sport- und Kulturvereinen) einen zentralen Ort, um gezielt und persönlich neue Mitglieder zu anzusprechen. |
| 4 | Nachhaltige Strukturen in der Jugendarbeit schaffen: Zur nachhaltigen finanziellen und strukturellen Förderung von Jugendarbeit wurde als Verbund von lokalen und zivilgesellschaftlichen Akteuren der »JUF e.V.« als Förderverein für Jugend und Jugendarbeit in Frohburg geschaffen. Mitglieder des Vereins können sowohl die Stadtverwaltung, Einwohnerinnen und Einwohner von Frohburg und Ortsteilen, zivilgesellschaftliche Institutionen wie etwa Vereine und auch lokale Firmen sein. Inhalt ist neben der Akquise von Förder- und Spendengeldern für Kinder- und Jugendprojekte auch Hilfe in Form von »Know-How« und Netzwerken. |
Erfahrungswerte des Trägers
Besondere Erfolge
Das im Rahmen des Projekts entstandene und prozessual weiterentwickelte Netzwerk »Frohburger Jugendarbeit« spart mitunter Ressourcen und erlaubt die Planung von übergreifenden Großprojekten, welche die Kapazitäten einzelner Projekte übersteigen würden. Hierzu zählt auch das JUF-Festival mit circa 1.150 Besuchenden. Des Weiteren wurde mit dem »JUF e.V.« ein zivilgesellschaftliches Format geschaffen, welches Jugendprojekte und Jugendarbeit auch nachhaltig und langfristig finanziell und strukturell fördern und unterstützen kann.
Herausforderungen und Learnings
| 1 | Ein Kommunengebiet entspricht nicht zwangsläufig einem einheitlichen Sozialraum. Gerade in sehr ländlichen Regionen, wie dem Kommunengebiet Frohburg, bestehen zwischen den einzelnen Ortsteilen unterschiedliche Bedürfnisse und Interessenlagen. |
| 2 | Weiter empfiehlt es sich, Jugendliche in ihrer Heterogenität und ihren jeweiligen Interessenlagen anzusprechen, und nicht von »der Jugend« an sich zu sprechen. |
| 3 | Jugendliche haben überdies einen besonderen Anreiz zur Beteiligung, wenn die Projekte eine ohnehin schon vorhandene intrinsische Motivation ansprechen (z.B. Volleyballturnier). |
| 4 | Parlamente sind für viele Jugendliche oftmals als Beteiligungsform schwer greifbar. Daher gilt es, in Kooperation mit Jugendlichen niedrigschwellige Möglichkeiten zur Partizipation zu entwickeln. |
| 5 | Nicht zuletzt macht die schwierige finanzielle Situation der Kommunen sowie verwaltungstechnische und bürokratische Hürden das Einrichten von Räumen zur freien Gestaltung durch Jugendliche zu einer großen Herausforderung. |
Ein besonderer Erfahrungswert bezüglich der Ansprache von Kindern und Jugendlichen:
Gerade im ländlichen Raum empfiehlt sich die Arbeit mit lokalen Multiplikatoren und bestehenden Beteiligungsstrukturen wie Feuerwehren oder Sportvereinen. Zudem ist die direkte Ansprache oftmals erfolgsversprechender als Social Media oder Printwerbung!
Rico Reifert, Projektleiter
Projektergebnisse
| 1 | Bereits im Januar 2025 fand ein erstes Netzwerktreffen unter haupt- und ehrenamtlich Tätigen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen statt. Ziel war gegenseitige Bekanntmachung, eine gemeinsame koordinierte Projektarbeit für das Jahr 2025, sowie das besprechen übergeordneter Themen. Teilnehmende waren u. a. Stadtbibliothek, Bürgermeister, offene Jugendarbeit und freiwillige Feuerwehr. |
| 2 | Im Projektzeitraum konnten mehrere an die Bedürfnisse und Interessen von Jugendlichen anknüpfende eigenständige Projekte im Gemeinwesen umgesetzt werden. Hierzu zählen beispielsweise der Aufbau einer selbstorganisierten Schrauber-Werkstatt für Jugendliche, die Umsetzung eines Festivals und eines Dorffestes durch Jugendinitiativen sowie die Umsetzung mehrerer sportlicher Events und eines Sommerkinos. |
| 3 | Um das Thema »empowerte und partizipative Jugend« in den öffentlichen Fokus zu rücken, wurden im Frühjahr und Herbst 2025 zwei Fachtage zum Thema »selbstverwaltete Jugendclubs« abgehalten. Zielgruppe der Tagung waren unter anderem Kommunen, Verwaltungsmitarbeitende sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Inhalte warn der Aufbau selbstbestimmter Jugendräume, Förderung und Unterhaltung und der Umgang mit Problemlagen. |
Geplante Verwendung der Ergebnisse
Mittels der Ergebnisse soll langfristig eine übergeordnete und gut koordinierte Kinder- und Jugendarbeit gelingen, welche sowohl die Stadt Frohburg als auch die Ortsteile einschließt. Dieses Netzwerk soll aus Haupt- und Ehrenamtlichen bestehen und in seiner Arbeit die Stadtverwaltung sowie Entscheidungsträgerinnen und -träger einbeziehen.
Im Rahmen dieses Netzwerks – also im gemeinsamen Austausch zwischen Jugendlichen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Verwaltungsmitarbeitenden – sollen geeignete Instrumente geschaffen werden, um jugendliche Interessen und Projekte zu kommunizieren und umzusetzen.
In den Ortsteilen sollen mit jungen Menschen auf Basis der Vorarbeit eigene Projekte umgesetzt und Freiräume geschaffen werden. Schließlich sollen Jugendliche empowert werden, ihre Anliegen und Projekte eigenständig umsetzen zu können.