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BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V.

Logo zur Beteiligungsstufe "Einbeziehen"

Jugend.Klima.Jetzt - Jugendklimaräte in Dresden und Leipzig

Das Verbundprojekt des BUND Dresden mit dem BUND Leipzig zielte darauf ab, Jugendliche aktiv in die Gestaltung ihrer Zukunft einzubeziehen und die Ideen, Wünsche und Unterstützungsbedarfe von Jugendlichen in die Klimaschutzpolitik der Städte Dresden und Leipzig einfließen zu lassen. Dazu wurden ausgewählte Klima-AGs von Dresdner und Leipziger Schulen durch Beratungs- und Workshop-Angebote unterstützt. Außerdem erhielt jede AG eine (Anschub-)Finanzierung von 400 €, um eine konkrete Projektidee umzusetzen. Pro AG wurden zudem zwei aktive Schülerinnen und Schüler ausgewählt, welche gemeinsam einen stadtweiten Jugendklimarat bildeten. Die Jugendklimaräte trafen sich mehrfach, ermöglichten Vernetzung der Jugendlichen untereinander, erarbeiteten konkrete Maßnahmen für ihr Lebensumfeld und formulierten Unterstützungsbedarfe. Insgesamt arbeiteten die Gruppen ein Jahr lang zusammen, um ein Positionspapier zu kommunalem Klimaschutz zu erarbeiten. Städtische Kooperationspartnerinnen und -partner nahmen diese auf und sollen sie nachverfolgen.

Das Projekt entspricht der Beteiligungsstufe »Einbeziehen«.

 

Das Projekt im Überblick

Wer BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.
Was Jugend.Klima.Jetzt - Jugendklimaräte in Dresden und Leipzig
Wo Dresden und Leipzig
Wann Juli 2024 bis Dezember 2025
Für wen Jugendliche
Wie Workshops, Jugendgremium
Fördersäule Zivilgesellschaftliches Einzelvorhaben
Fördersumme 145.596,82 € (bewilligt)

Kontakt und Links

klara-johanna.fabisch@bund-dresden.de

Partner

 

Projektziel

Das Projekt zielte darauf ab, Jugendliche aktiv in den Klimaschutz und politische Prozesse einzubinden. Sie sollten eigene Ideen in Schule und Stadt einbringen, Selbstwirksamkeit erfahren und demokratische Beteiligung besser verstehen . Politik und Verwaltung sollten von ihren konstruktiven Vorschlägen profitieren und Erkenntnisse zur besseren Einbindung von Jugendlichen gewinnen.

 

Meilensteine

1 Akquise und Aufbauphase: erfolgreiche Akquise von fünf Schulen in Dresden und vier Schulen in Leipzig zur Kooperation im Projekt sowie Beginn der Zusammenarbeit und Umsetzung erster Klimaschutzprojekte an den Schulen
2 Arbeitsfähigkeit der Jugendklimaräte: regelmäßige Sitzungen der Jugendklimaräte mit reger Beteiligung der Jugendlichen, hohem Engagement in Diskussionen sowie der Erarbeitung klimapolitischer Forderungen
3 Kooperation mit Verwaltung und Politik: Etablierung einer tragfähigen Zusammenarbeit zwischen BUND, Jugendlichen und Stadtverwaltung, Übergabe der klimapolitischen Forderungen an Stadtverwaltungen und Kommunalpolitik im Rahmen öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen
4 Vernetzung und Austausch: Durchführung des Vernetzungstreffens der Jugendklimaräte in Dresden und Leipzig sowie bundesweiter Initiativen zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch
5 Skalierung und Wirkung nach außen: Start von stadtübergreifenden Kampagnen als stadtweite Projekte für mehr Klimaschutz, Produktion und Veröffentlichung eines Films, der die Arbeit der Jugendklimaräte, ihre Motivation sowie ihre Forderungen sichtbar macht und der Inspiration weiterer Jugendlicher, sich in ihrer Stadt für Klimaschutz zu engagieren, dient
 

Erfahrungswerte des Trägers

Besondere Erfolge

Es ist gelungen, einen echten Dialog auf Augenhöhe zwischen den Jugendlichen und den beteiligten Vertreterinnen und Vertretern der beiden Städte herzustellen. Dies wurde erreicht durch gezielte Moderation der Treffen, die Schaffung von geschützten Zeiten für die Jugendlichen, um sich als starke Gruppe zu finden, den Einsatz unterschiedlicher Methoden zur Beteiligung sowie das Briefing der Erwachsenen, zuzuhören und die Jugendlichen nicht vor den Kopf zu stoßen. Die Jugendlichen hatten dadurch Raum, ihre Perspektiven einzubringen und selbstbewusst in den Austausch zu gehen. Ein weiterer Erfolg waren die Abschluss- und Übergabeveranstaltungen. Diese wurden von zahlreichen Jugendlichen besucht und stießen auf großes Interesse bei den Kommunen. Das Projekt konnte in beiden Städten eine breite Aufmerksamkeit erzeugen, die Sichtbarkeit jugendlicher Perspektiven stärken und Impulse für weitere Aktivitäten setzen.

Herausforderungen und Learnings

1 Die Akquise der Schulen gestaltete sich z.T. herausfordernd. Besonders in Leipzig war es schwierig Schulen als Kooperationspartnerinnen und -partner im Projekt zu gewinnen. Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler wurden auf vielen verschiedenen Wegen kontaktiert- direkte Briefe an Schulen, Besuch der Klima-AG-Treffen, Werbung auf Social Media, Vorstellung des Projektes beim Stadtschülerrat und weiteren Initiativen wie beispielsweise dem Kinder- und Jugendbüro sowie Fridays for Future. Eine kurze Bewerbungsphase filterte die Schulen heraus, die echtes Interesse und Kapazitäten für die Teilnahme hatten.
2 Ähnliche Projekte lassen sich nur mit der Unterstützung engagierter Lehrerinnen und Lehrer erfolgreich umsetzen, da sie Zugang zu finanziellen Mitteln haben und Genehmigungsprozesse kennen. Schülerinnen und Schüler alleine können diese formalen und finanziellen Anforderungen nicht abdecken.
3 Jugendliche und Erwachsene haben unterschiedliche Vorstellungen vom Austausch miteinander. Erwachsene möchten die Selbstwirksamkeit der Jugendlichen stärken und zeigen, wo sie sich in ihrem Lebensumfeld engagieren können, während die Jugendlichen vor allem erfahren möchten, welche Maßnahmen die Erwachsenen bereits umsetzen und welche Ergebnisse im Klimaschutz erreicht wurden. Diese Unterschiede führten teilweise zu Frust bei den Jugendlichen. Für zukünftige Projekte sollte beim Erwartungsmanagement sowie dem Briefing der Erwachsenen stärker darauf geachtet werden, dass die Erwartungen beider Seiten klar angesprochen und abgestimmt werden.
4 Klimaschutz ist kein Selbstläufer. Damit das Thema in Kommunen und Schulen präsent bleibt, sind fortlaufendes Engagement und Menschen nötig, die das Thema aktiv voranbringen.
 

Projektergebnisse

1 Durchführung von Beteiligungs- und Austauschformaten: In Dresden und Leipzig fanden Auftakttreffen, regelmäßige Sitzungen der Jugendklimaräte, öffentlichkeitswirksame Abschlussveranstaltungen sowie Vernetzungstreffen statt. Die Formate ermöglichten Beteiligung, Austausch und Sichtbarkeit jugendlicher Perspektiven im kommunalen Klimaschutz.
2 Erarbeitung klimapolitischer Forderungen und Projektideen: Die Jugendlichen entwickelten ein gemeinsames Selbstverständnis, erarbeiteten konkrete Maßnahmen, Projektideen sowie Unterstützungsbedarfe und formulierten klimapolitische Forderungen an die Kommunen, die im Rahmen der Abschlussveranstaltungen übergeben wurden.
3 Stärkung von Schulen als Orte des gelebten Klimaschutzes: Die Jugendlichen setzten an den teilnehmenden Schulen eigene Projektideen um und trugen ihre Ideen für mehr Klimaschutz in die gesamte Schule, sodass ein breiterer Einfluss auf die Schulgemeinschaften entstand.

Verwendung der Ergebnisse

Die von den Jugendlichen erarbeiteten Forderungen und Projektideen werden von den Kommunen aufgenommen und fließen in weitere Planungen oder Entscheidungen zu kommunalem Klimaschutz ein. Sie dienen als Grundlage für Dialoge zwischen Jugend, Verwaltung und Politik. Die gewonnenen Erfahrungen, Methoden und Materialien können für zukünftige Jugendklimaräte oder andere Beteiligungsprojekte genutzt werden. Die Jugendlichen können ihr Wissen in Schulen oder weiteren Projekten weitergeben. Die entstandenen Netzwerke der Jugendklimaräte, die Zusammenarbeit mit BUND und Verwaltung sowie die Kontakte werden für künftige Klimaschutzprojekte und Kampagnen genutzt.

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