AWO Soziale Dienste Chemnitz
DemokratieKids Chemnitz
Die Stadt Chemnitz hat in den letzten Jahren große Fortschritte im Bereich der Kinder- und Jugendbeteiligung gemacht. Jedoch wurden Grundschulkinder kaum in kommunale Prozesse eingebunden, da spezifische Formate und Methoden für diese Altersgruppe fehlten. In enger Zusammenarbeit mit der Koordinatorin für Kinder- und Jugendbeteiligung der Stadt Chemnitz sollten Kinder im Rahmen des Projekts über spezifische Formate durch Selbstwirksamkeit Demokratielust entwickeln. Sie sollten durch wöchentliche Arbeitsgemeinschaften die Chance erhalten, sich spielerisch mit Kommunalpolitik, Demokratie und Beteiligungsstufen zu befassen. Dabei haben sie unter anderem selbst entwickelte Beteiligungsformate im Peer-to-Peer-Ansatz entworfen. Dadurch sollten Grundschulkinder: 1. über Demokratie lernen (Wissensvermittlung), 2. für Demokratie lernen (Vermittlung von Handlungsperspektiven), 3. durch Demokratie lernen (Ermöglichung demokratischer Beteiligung).
Das Projekt entspricht der Beteiligungsstufe »Konsultieren«.
Das Projekt im Überblick
| Wer | AWO Soziale Dienste Chemnitz |
| Was | DemokratieKids Chemnitz |
| Wo | Chemnitz |
| Wann | Januar 2025 bis Dezember 2025 |
| Für wen | Kinder, pädagogische Fachkräfte in Hort und Ganztag |
| Wie | Zukunftswerkstätten, Workshops |
| Fördersäule | Zivilgesellschaftliches Einzelvorhaben |
| Fördersumme | 54.754,80 € (bewilligt) |
Kontakt und Links
demokratiekids@awo-chemnitz.de
- Arbeiterwohlfahrt Soziale Dienste Chemnitz und Umgebung gGmbH Informationen zum Träger
- DemokratieKids Chemnitz Informationen zum Projekt
- DemokratieKids Chemnitz Übersicht über den Projektfortschritt
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Projektziele
| 1 | Demokratie für Kinder erlebbar machen: Spielerische Einführung und altersangepasste transparente Wissensvermittlung zu kommunalen Beteiligungsprozessen. |
| 2 | Demokratie-Wissen für Erwachsene erweitern: Sensibilisierung von Eltern und Fachkräften für Kinderrechte und Partizipation. |
| 3 | Demokratie-Denken in Verwaltung ausbauen: Lobbyarbeit innerhalb von Stadtverwaltungsstrukturen, um langfristige Beteiligungswege für die Zielgruppe zu erschließen. |
Meilensteine
| Auftaktphase | Durch zielgruppenzentrierte Projektpräsentationen sowie Zukunftswerkstätten in kooperierenden Horten und Grundschulen als Auftaktveranstaltung wurden Kinder, Familien, Fachkräfte sowie kommunale Akteurinnen und Akteure über das Projekt, den geplanten Ablauf und die Ziele informiert. In den Zukunftswerkstätten wurden Themen, welche für die Kinder relevant sind, gesammelt. So wurden individuelle Bedarfslagen zum Gegenstand der nachfolgenden Prozesse und die Grundlagen für die Zusammenarbeit gelegt. |
| Umsetzungsphase Horte |
In wöchentlichen Arbeitsgemeinschaften erhielten Kinder nachfolgende Angebote:
|
| Umsetzungsphase Erwachsenenebene | Durch gezielte Weitergabe von Fachwissen und Methoden wurden kooperierende Fachkräfte einbezogen. Über eine digitale Plattform (Padlet) wurden die Inhalte zielgruppenorientiert präsentiert. Es wurden drei ganztägige Workshops für interessierte Fachkräfte angeboten. |
| Ergebnissicherung | Die Kinder entwickelten geeignete Formate für Beteiligungsformate. Auf einer digitalen Projektseite wurden die Prozesse und Ergebnisse öffentlich zugänglich gemacht. Zusätzlich erfolgten entlang des Schuljahresrhythmus gezielte interne Evaluationsmaßnahmen, um den Fortschritt des Projekts zu überprüfen, Erfolge zu messen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Auch hier wurde dem Feedback von Kindern sowie Fachkräften angemessen Raum gegeben (beispielsweise durch Gruppendiskussionen oder Interviews mit Kindern). |
| Abschlussphase | Das Projekt wurde durch mehrere kleine feierliche Veranstaltung in jeder kooperierenden Grundschule oder Hort abgeschlossen. Die Kinder entschieden den Inhalt dieser Abschlussformate. Final wurde die Zusammenstellung der Erfahrungen und Ergebnisse aus den Beteiligungsprozessen an die Koordinatorin für Kinder- und Jugendbeteiligung der Stadt Chemnitz übergeben. |
Erfahrungswerte des Trägers
Abschließend lassen sich aus den Projekterfahrungen auch übergeordnete Erkenntnisse ableiten, die über das einzelne Vorhaben hinausreichen. Insbesondere zeigte sich, dass eine einjährige Förderlogik den Entwicklungs- und Lernprozessen von Kindern nur bedingt gerecht wird. Demokratische Kompetenzen entstehen nicht punktuell, sondern benötigen Zeit, Wiederholung und verlässliche Beziehungsstrukturen. Eine längere Förderlaufzeit würde es ermöglichen, Prozesse zu vertiefen und nachhaltiger zu verankern. Zudem wäre es aus fachlicher Sicht wünschenswert, Förderzeiträume stärker an die institutionellen Rhythmen von Kitas und Schulen anzupassen, etwa an ganze Schuljahre. Dies würde sowohl Kindern als auch Einrichtungen ermöglichen, Projekte kohärenter zu erleben, Entwicklungsprozesse nachzuvollziehen und organisatorische Freiräume gezielter zu nutzen.
Projektergebnisse
| 1 | Umsetzung vor Ort: An fünf Kooperations-Einrichtungen wurden modulare Workshop-Zyklen (je 12 Einheiten pro Standort) mit Kleingruppen von 10 bis15 Kindern etabliert. So entstanden kontinuierliche Lern- und Beteiligungsprozesse. |
| 2 | Zukunftswerkstätten und Pop-Ups: Sechs Zukunftswerkstätten in Schulen und zwei niedrigschwellige Pop-Up-Events im Sozialraum erweiterten die Reichweite und boten intensive, kreative Beteiligungsfelder außerhalb des Alltagsbetriebs. |
| 3 | Methodenentwicklung: Elf partizipative Methoden (unter anderem World-Café, Mitbestimmungsspaziergang, Mecker-Spiel) wurden erprobt. Diese wurden zu einem praxisorientierten Toolkit konsolidiert, das bald auch digital veröffentlicht wird, um die Nachnutzung zu gewährleisten. |
| 4 | Fachkräftequalifizierung: Zwei Teamberatungen sowie zwei durchgeführte Fachworkshops stärkten pädagogische Kompetenzen. Fachkräfte zeigten Interesse, die Methoden in ihren Einrichtungen weiter zu nutzen. |
| 5 | Begleitende Dokumentation und Evaluation: Ein Padlet und die Projektseite fungierten als zentrales Archiv und Kommunikationskanal. Materialien, anonymisierte Ergebnisse und Methoden wurden dort für Fachkräfte zur Verfügung gestellt. Eine begleitende, kleinteilige Evaluation (Beobachtungen, partizipative Rückmeldungen) belegte Wissenszuwächse und veränderte Handlungsfähigkeiten. |
Verwendung der Ergebnisse
Alle Ergebnisse, Erkenntnisse und Prozessinhalte werden aufbereitet und an die kommunalen Kooperationsparnerinnen übergeben. Weiterhin entsteht ein Toolkit, welches die entwickelten bzw. adaptierten Methoden praxisnah darstellt.