ARBEIT UND LEBEN Sachsen e. V.
»Meine Stimme zählt für Chemnitz!« - Zukunftswerkstätten im Quartier fördern Beteiligung und Begegnung
Das Projekt rückte explizit Menschen in den Mittelpunkt, die traditionell eine eher geringe Lobby haben und bisher kaum oder nie Beteiligungsformate nutzten. Diese Personen sollten durch ein aufsuchendes Verfahren angesprochen werden. Durch die persönliche Ansprache wurden sie motiviert, sich für ein Thema einzubringen, das ihren Stadtteil betrifft. Gleichzeitig wurde damit die Vielfalt im Stadtteil sichtbarer.
Das Projekt entspricht der Beteiligungsstufe »Einbeziehen«.
Das Projekt im Überblick
| Wer | ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. |
| Was | Meine Stimme zählt für Chemnitz! - Zukunftswerkstätten im Quartier fördern Beteiligung und Begegnung |
| Wo | Chemnitz |
| Wann | November 2024 bis Dezember 2025 |
| Für wen | Stadtteilbewohnerinnen und –bewohner, insbesondere Kinder, junge Erwachsene, gesellschaftlich benachteiligte Gruppen |
| Wie | Bürgerwerkstätten / Workshops, Dialogveranstaltungen, Zukunftskonferenz, Nachbarschaftsgespräche |
| Fördersäule | Zivilgesellschaftliches Einzelvorhaben |
| Fördersumme | 87.724,46 € (bewilligt) |
Kontakt und Links
- ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. Informationen zum Träger
- Meine Stimme zählt für Chemnitz! Informationen zum Projekt
Projektziele
| 1 | Das Projekt rückte explizit Menschen in den Mittelpunkt, die traditionell eine eher geringe Lobby und noch nie Beteiligungsformate genutzt haben. Diese Personen sollten durch eine aufsuchende Akquise angesprochen und dazu motiviert werden sich für ein Thema, welches ihren Stadtteil betrifft, einzubringen, damit die Vielfalt im Stadtteil sichtbarer wird. |
| 2 | Mit dem Projekt sollten verschiedene Akquisestrategien erprobt werden, um herauszufinden, wie sich Personen ohne Beteiligungserfahrung dazu motivieren lassen, an entsprechenden Beteiligungsformaten teilzunehmen. |
Meilensteine
| 1 | Gründung eines prozessbegleitenden Gremiums aus Akteurinnen und Akteuren des Stadtteils, welche die Planung, Durchführung und Auswertung der Workshops unterstützten und kritisch reflektierten |
| 2 | Durchführung von insgesamt vier Workshops |
| 3 | Durchführung einer Abschlussveranstaltung, bei der die gesammelten Ideen gemeinsam mit den Stadtteilbewohnerinnen und -bewohnern noch einmal genauer angeschaut sowie ausgestaltet wurden und geprüft wurde, wie diese konkret in die Umsetzung gebracht werden können |
Erfahrungswerte des Trägers
Besondere Erfolge
Im Projekt gelang es, durch offen konzipierte Veranstaltungsformate Menschen zu erreichen, die bisher keine Erfahrungen mit Beteiligungsveranstaltungen hatten. Besonders erfreulich war, dass unter den Teilnehmenden ein Anteil von 40 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund waren.
Die Anreize zur Teilnahme an den Veranstaltungen waren unter anderem die offene Gestaltung sowie die Bereitstellung von Kleinigkeiten zum Essen. Der Zugang zu migrantischen Communities gelang über Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Auch über die Anbindung von Beteiligungsformaten an konkrete Aktionen (z.B. Müllsammeln im Stadtteil, Spielenachmittag) konnten die Zielgruppen erreicht werden.
Herausforderungen und Learnings
Die Zusammensetzung der Teilnehmenden aus den offenen Veranstaltungen und der geschlossenen abschließenden Veranstaltung unterschied sich stark. Bei den offenen Veranstaltungen wurden Menschen aus vielen verschiedenen Zielgruppen erreicht, während bei der geschlossenen Veranstaltung Personen mit formaler hoher Bildung und ohne Migrationshintergrund den überwiegenden Teil ausmachten. »Geschlossene Räume« stellten eine besondere Hürde für die Zielgruppen dar.
Projektergebnisse
| 1 | Vor allem in den ersten drei Workshops kamen viele Ideen zur Gestaltung des Viertels zustande. Diese ließen sich in verschiedene Kategorien einteilen: Angebote, welche den Zusammenhalt der Gemeinschaft stärken, Angebote für Kinder und bauliche Änderungen. |
| 2 | Um Personen zu erreichen, welche eher kaum bis keine Beteiligungserfahrung besitzen, war es gewinnbringend, Veranstaltungen im öffentlichen Raum zu gestalten, um die Zugangshürden gering zu halten. Menschen konnten problemlos dazustoßen und sich auch wieder entfernen. Häufig verweilten sie dann doch länger. Das Anbieten von Essen hatte dabei eine nicht zu unterschätzende Anziehungskraft. |
| 3 | Aus den gesammelten Ideen ist mindestens eine Projektidee für das nächste Jahr entstanden. Diese sah die Verschönerung eines Innenhofs im Viertel vor. |
Verwendung der Ergebnisse
Die Ideen, die das Thema Gesundheit betrafen, wurden an das Gesundheitsamt der Stadt Chemnitz übergeben, welches die Umsetzung im Jahr 2026 plant. Weitere Ideen wurden an die Koordinatorin der Bürgerplattform weitergeleitet, die prüft, welche der Ideen, wie zum Beispiel die Verschönerung der Innenhöfe, mithilfe des Bürgerbudgets realisiert werden können. Auch haben die lokale Bürgerinitiative und das Stadtteilmanagement einzelne Ergebnisse aufgenommen und prüfen welche Ideen weiterverfolgt werden. Die Erkenntnisse darüber, wie Teilnehmende gewonnen werden können, wurden in einer Handreichung dokumentiert. Diese wurde an Akteure der Stadt Chemnitz sowie an Organisationen des Stadtteils weitergegeben, um den Wissenstransfer und die nachhaltige Nutzung der Projektergebnisse zu fördern.